Donnerstag, 19. Dezember 2013

Hahndrang 2

Titel: Hahndrang 2
Herausgeber: Ultra Crew Iserlohn
Erscheinungsdatum: August 2013
Seiten: 74,sw
Preis:  2,-

Nach längerer Auszeit, kann ich euch wieder mal ein Heft aus der Eishockeyszene vorstellen. Die Auswahl ist hier nicht besonders groß und so stammt das Fanzine wieder aus der Feder der Ultracrew Iserlohn. Die UCI gehört neben den Gruppen aus Düsseldorf und Augsburg zu den Aktivposten in der deutschen Eishockeyliga und bringt neben einem regelmäßig erscheinenden Infoflyer auch ein Fanzine namens „Hahndrang“ heraus. Angelehnt an den Beinamen  der Iserlohner: Roosters. Schade, dass man sich mit so einem Unsinn abfindet, bzw. ihn auch noch feiert. Hier ist anzumerken, dass die Iserlohner ihren Zusatz im Namen erst in den späten 90ern bekommen haben, als es quasi Mode war, ein Maskottchen zu haben. Vereine, wie die Kölner Haie und die Eisbären Berlin können hier nicht zum Vergleich herangezogen werden.

Inhaltlich wird wie schon in der ersten Ausgabe eher Hausmannskost geboten. Ausschließlich Spielberichte (Iserlohner EC und Groundhopping) der Saison 2012/2013. Leider überhaupt keine Texte, die vereinspolitische Themen behandeln oder die Welt der Ultras im Eishockey ein wenig näher beschreiben. Schade, denn es gibt viele interessante Themen zu behandeln, doch der Leser bleibt mit seinen Fragen alleine. Das kann auch der „eingekaufte“ Sauerland-Jens (Herausgeber Sauerland Echo) mit einem Bericht vom Spiel HK Dinamo Minsk – HK Lokomotive Jaroslawl nicht ändern. Die verschiedenen Hopping-Berichte bringen zwar etwas Abwechslung zu den sehr monotonen Spielberichten der Sauerländer, aber für eine Kaufempfehlung reicht es nicht aus.

Wer trotzdem Interesse hat, kann für 2€ unter hahndrang@liebt-dich.info bestellen. Die Auflage liegt bei 100 Exemplaren. Hier ist wahrscheinlich Eile geboten.

Montag, 9. Dezember 2013

Im Norden des Südens

Titel: Im Norden des Südens
Herausgeber: Ted Striker
Erscheinungsdatum: 2013
Seiten: 100, f
Preis:  4,90

In „Im Norden des Südens“ nimmt uns Ted Striker wieder mit auf die Reise. Ziel: Südamerika. Unter den besuchten Ländern befinden sich nicht die vielleicht populären Reiseziele  Argentinien, Brasilien, Uruguay und Chile, sondern Venezuela, Kolumbien, Guyana, Suriname und Barbados.  Verpackt sind die Geschichten auf 100 vollfarbigen Seiten im, ja, wie heißt denn das neue BFU-Format? B5? Auf jeden Fall etwas größer als A5. Damit vielleicht auch der etwas hohe Preis von 4,90, pro Ausgabe.

Viel Fußball wird nicht geboten. Quotenhopper oder Ascheterroristen werden sicher nicht nur einmal mit den stehenden Nackenhaaren konfrontiert werden, denn Martin Czikowski stellt den Reisegenuss stets über den Besuch von Fußballspielen. So kann es auch mal vorkommen, dass ein Spiel nicht besucht wird, ein Länderpunkt in Gefahr ist, oder ein Altern
ativprogramm einfach interessanter ist. Komplett vernachlässigt wird das runde Leder aber nicht und so ist es dann auch auf Seite 29 soweit: Real Cartagena und Atletico Junior Barranquilla duellieren sich in der ersten kolumbianischen Liga. Weitere Spiele folgen, immer schön gesondert dargestellt in einem Infokasten. Wer also nur Bock auf Fußball hat, sollte sich den grauhinterlegten Textpassagen widmen.

Das würde ich aber nicht empfehlen, denn ihr würdet einiges verpassen: Eindrücke aus einer der gefährlichsten Städte der Welt (Nein, nicht Frankfurt, Caracas), Wanderungen in verlassenen Nationalparks, Erkundung des Dschungels und Grenzübertritte, die nicht dem von Deutschland nach Österreich zu vergleichen sind.  Aufgelockert wird das Geschriebene mit einer Masse an Bildern. Viele Fotos vermitteln einen schönen Eindruck von der Reise, einige hingegen wirken auch wie aus der Hüfte geschossen. Das Gesamtbild passt aber. Auch textlich bietet uns der Autor kein reines  Runterrattern von Wikipediaartikeln oder Reiseführern, sondern eine humorvolle Geschichte, gepaart mit viel Informationsgehalt.
  
„Im Norden des Südens“ kommt für mich persönlich nicht an „Eine Reise dorthin, wo der Osten schon wieder Westen ist“ heran, aber dennoch kann ich das Fanzine ohne Vorbehalt empfehlen. Etwas weniger Abenteuer und etwas weniger Fußball, als auf der Reise in den Osten, aber immer noch viel Lesespaß. Kaufen!